Im Team stark wie die Großen

 


Die Jugendfeuerwehr in Harsewinkel kann sich über viele junge Bewerber freuen
Von Mareikje A d d i c k s
H a r s e w i n k e l (WB).
Wenn sie an einem Unfallort ankommen, muss oft alles ganz schnell gehen, denn unter Umständen geht es darum, Menschenleben zu retten. Schon bei der Jugendfeuerwehr wird fleißig daran gearbeitet, als Team zu funktionieren. »Es ist einfach das A und O, dass man sich auf seinen Nebenmann verlassen kann«, weiß Tobias Kochjohann. Seit zwei Jahren betreut Tobias Kochjohann als Jugendfeuerwehrwart die jungen Feuerwehranwärter in Harsewinkel. Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit 24 Mitglieder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren aus Harsewinkel, Marienfeld und Greffen. Gemeinsam wird regelmäßig geübt. »Dabei machen wir keine Altersunterschiede, sondern es wird gemeinsam gelernt«, sagt Kochjohann. So lernen die »Neuen« schnell von den älteren und packen gleich richtig mit an, weil sie sich sofort in die Gruppe integriert fühlen. Sobald die Nachwuchskräfte 18 Jahre alt werden, wechseln sie in die Einsatzabteilungen der Löschzüge in Harsewinkel, Marienfeld und Greffen. »Nach dem 16-wöchigen Trupplehrgang werden sie direkt als Feuerwehrmänner und -frauen übernommen.« Bis dahin wird jeden Mittwoch in der Jugendfeuerwehr ein breites Repertoire an Standardübungen gelehrt, : Von der Katze auf dem Baum bis zur vermissten Person in einer brennenden Lagerhalle (jeweils natürlich mit Dummies dargestellt) wird alles gerettet, was vermeintlich in Not geraten ist. »Wir lassen uns allerhand Schabernack einfallen, um die Jugendlichen auf möglichst viel vorzubereiten «, erklärt Kochjohann. Dabei kommt die Freizeit aber nicht zu kurz. »Bei etwa 30 Prozent der Treffen geht es um gemeinsame Freizeitgestaltung «, sagt Kochjohann. Er weiß, dass derartige Aktionen den Zusammenhalt in der Gruppe stärken. Anregungen von den Jugendlichen werden selbstverständlich gerne entgegen genommen. »Zwei- oder dreimal im Jahr sitzen wir bei unserem Klönnachmittag zusammen, und dabei kommen so einige Ideen für gewünschte Übungen auf den Tisch.« Tobias Kochjohann freut sich über die große Resonanz der Harsewinkeler Jugend, die nicht nur bei den gemeinsamen Treffen vorherrscht. »Wir können uns über Neuanmeldungen nicht beklagen«, sagt der Jugendwart. »Manchmal sind es soviele, dass wir nicht alle aufnehmen können, um eine gewisse Gruppengröße nicht zu überschreiten.« Viele Kinder warteten nur darauf, endlich ihren zwölften Geburtstag zu feiern, um sich dann endlich in der Jugendfeuerwehr anmelden zu können. Werbung in eigener Sache ist somit so überflüssig wie Öl im Feuer. Eine erfreuliche Tatsache, die nur dadurch getrübt wird, dass viele der jungen Leute das Team wieder verlassen. »Das Ehrenamt ist dann für fast die Hälfte der jungen Erwachsenen neben Ausbildung oder Studium nicht mehr möglich. « Zu den derzeit 24 Jugendlichen bei der Feuerwehr Harsewinkel zählen gerade einmal fünf Mädchen. »In vielen Köpfen ist die Arbeit bei der Feuerwehr immer noch eine Männerdomäne«, sagt Kochjohann bedauernd. Obwohl die Zahl der Mädchen ganz leicht steigend ist, liege sie immer noch bei nur rund 20 Prozent. »Dabei ist es für die Gruppendynamik nur positiv, wenn auch Frauen mit dabei sind«, sagt Tobias Kochjohann und würde sich freuen, wenn sich in Zukunft noch mehr Mädchen dafür entscheiden, die dunkelblaue Uniform der Retter in Not zu tragen. »Viele Kinder können es kaum erwarten, sich bei uns anmelden zu können.« Tobias K o c h j o h a n n

 

Quelle: Westfalen-Blatt vom 25. Oktober 2012